10 | 08 | 2022

Pressespiegel mit freundlicher Genehmigung der AZ Coesfeld (Verfassernennung beim Artikel):

 

  

 

 


Startschuss für großes Projekt zur Verbindung von Geschichte und Gegenwart ist gefallen

Neuer Rundweg auf der alten Zitadelle

Coesfeld

Georg Veit ist seine große Begeisterung deutlich anzumerken: „Wir bauen auf der historischen Zitadelle etwas ganz Neues auf, etwas Lebendiges, das in unsere Gegenwart gehört und Kunst, Natur, Bewegung und die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen verbindet.“ Ein „Ermöglicheungsraum“ für die Stadtgesellschaft, die Ideen entwickeln und mitgestalten soll.

Von Ulrike Deusch, AZ vom 4.6.2022

Bildunterschrift: Beim offiziellen Aufschlag zum neuen Zitadellen-Rundweg: (v.l.) Edith Eckert-Richen (Heimatverein), Heinrich-Georg Krumme (Sparkasse Westmünsterland), Initiator Georg Veit, ehemaliger Schüler Finn, Friedhelm Becker (gekleidet wie ein Soldat des 17. Jahrhunderts) und Rainer Sandkötter (alle drei stellvertretend für die AG „Spuren finden“ der Theodor-Heuss-Realschule), Bürgermeisterin Eliza Diekmann, Christian Wermert (Heimatverein) und Marlis Terlinde (Bürgerstiftung). Sie stehen vor dem Modell der Zitadelle, das die AG zusammen mit Friedhelm Becker gebaut hat. Foto: Foto: ude
 

In Anwesenheit der Initiatoren und Förderer erfolgt am Freitag in der Theodor-Heuss-Realschule der offizielle Aufschlag für ein Projekt, das Veit vor knapp zwei Jahren schon in unserer Zeitung vorgestellt hat, das aber durch die Corona-Pandemie ausgebremst wurde: ein neuer Rundweg im Norden der Stadt auf dem Grundriss der ehemaligen Zitadelle, die Mitte des 17. Jahrhunderts als Residenz für Fürstbischof Bernhard von Galen geplant, aber nur in Teilen realisiert worden ist. Bis heute zeugen die Ruine der Ludgerusburg, Bodenmarkierungen oder Straßennamen (Citadelle, Am Ravelin) von jener Zeit.

Jetzt soll – unter offizieller Trägerschaft des Heimatvereins – ein drei bis vier Kilometer langer Rundweg entstehen, der die Interessierten – analog zu den historischen Stadtrundgängen – über QR-Codes in die Geschichte eintauchen lässt. Zugleich aber sollen zum Beispiel Kunstwerke und Installationen, Bewegungsangebote, Natur- und Landschaftsprojekte die Strecke zu einem aktuellen Erlebnisort werden lassen. „Dabei könnte es inhaltliche Bezüge zur Geschichte geben“, sagt Veit und nennt als Beispiel den Anbau alter Gemüsesorten und Blumenarten aus dem 17. Jahrhundert auf ausgesuchten Parzellen.

Finanziert wird das Projekt in seiner erste Phase durch Geld aus dem Leaderprogramm, daneben stehen Fördermittel vor allem der Sparkasse Westmünsterland, aber auch der Bürgerstiftung. „Wir freuen uns, dass das Projekt in der breiten Bürgerschaft verankert werden soll“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Marlis Terlinde, Ein Aspekt, den auch Bürgermeisterin Eliza Diekmann hervorhebt. Die Idee, Stadtgeschichte genau dort, wo sie stattgefunden hat, ins Heute und in die Bevölkerung zu transportieren, findet sie „total interessant“. „Ein tolles Projekt“, lobt Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme das Vorhaben, das beim Träger und den Projektpartnern bestens verwurzelt sei. Die Verbindung von Stadtgeschichte mit aktuellen Themen aus Kultur, Natur und Landschaft hält Krumme für bemerkenswert. „Wir wollen die Heimatkunde pflegen und hochhalten“, sagt Edith Eckert-Richen, Vorsitzende des Heimatvereins, und freut sich besonders, dass junge Menschen ins Projekt einbezogen sind: die AG „Spuren finden“ der Theodor-Heuss-Realschule mit Lehrer Rainer Sandkötter und dem Stadtführer und militärhistorischen Experten Friedhelm Becker. Sie haben ein Modell der Zitadelle gebaut.